Wie werde ich finanziell frei?

Finanzielle FreiheitEinnahmen erhöhen, gleichzeitig Ausgaben senken und den Überschuss gewinnbringend investieren. Dies wäre meine Antwort auf die Frage: Wie werde ich finanziell frei? Doch was bedeutet es denn genau finanziell frei zu sein? Es gibt meiner Meinung nach nicht die eine und einzig richtige Definition von finanzieller Frmeiheit.

Jeder ist verschieden und hat eine individuelle Situation mit Wünschen, Bedürfnissen und Gewohnheiten. Somit ist der Weg zur finanziellen Freiheit für jeden ein anderer und doch gibt es Gemeinsamkeiten die jeder tun kann um möglichst rasch ans Ziel zu gelangen.

Für mich sieht finanzielle Freiheit so aus:
Alle Kosten meines alltäglichen Lebens werden durch passive Einkommen, beispielsweise Kapitalerträge aus Wertpapiere und Einkünfte aus Vermietung, abgedeckt. Um dies zu erreichen muss ich nicht komplett auf alles verzichten, jedoch muss ich diszipliniert an der Einnahmen- und Ausgabenseite arbeiten und optimieren.

In diesem Beitrag werde ich auf die Punkte eingehen, die aus meiner Sicht eine wichtige Rolle bei einer solchen Optimierung spielen. Sie sollen als Denkanregung dienen und dazu bewegen, den ein oder anderen Punkt umzusetzen, zu reduzieren, abzustellen oder gar ganz zu vermeiden.

Ausgaben minimieren

Reduzierte Ausgaben sind das gleiche wie erhöhte Einnahmen, wenn es um die Auswirkungen auf den Überschuss geht. Ausgaben lassen sich nur nicht sinnvoll beliebig weit reduzieren, folgende Möglichkeiten sind einen näheren Blick wert.

Rauchen

Mehrfach habe ich bereits im Netz über dieses Thema gelesen. Alle kommen zu dem Schluss, dass das Rauchen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit die angezogene Handbremse Nummer 1 ist. Es hat mehr oder weniger dieselbe finanzielle Auswirkung wie ein über Jahre diszipliniert durchgehaltener ETF-Sparplan, nur eben im negativen Sinn.

Wie werde ich finanziell frei? Bilanz des Rauchens

Schulden und Kredite

Zuerst alle Schulden und Kredite tilgen, Ausnahmen sind Immobilienkredite. Das Girokonto überziehen und Kreditkartenschulden sind ab sofort auch tabu. Ebenfalls sollte nichts auf pump finanziert werden, weder Auto noch Fernseher und schon gar kein Urlaub.

Je nach Ausmaß der Schulden und Kredite können diese eine ähnlich verheerende Auswirkung auf die finanzielle Freiheit haben wie das Rauchen. Die Schuldzinsen würden jegliche Anstrengung Vermögen zu bilden sofort wieder auffressen. Eine Tilgung dieser Schulden gleicht einer risikolosen Investition, mit einer Verzinsung in gleicher Höhe wie die Schuldzinsen sind.

Kurz: Schulden und Kredite müssen weg und in Zukunft vermieden werden.

Gewohnheiten

Jeder hat sich über die Zeit so einige Gewohnheiten angeeignet. Diese gilt es auch zu überdenken und gegebenenfalls zu optimieren. Einige Beispiele:

  • Muss es jeden Tag ein teures Heißgetränk bei StarBucks in der Größenordnung 4,00 Euro sein, oder tut es nicht auch ein selbst gemachter Latte Macchiato aus der eigenen Nespresso-Maschine mit Milchaufschäumer zuhause für geschätzte 0,70 Euro (Kaffeekapsel + Milch + Anteil der Anschaffungskosten der Maschine)?

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  • Auch ich bin öfters dienstlich unterwegs und kann mir entweder einen Kaffee bei der Tankstelle auf der Autobahn für 2,50 Euro kaufen, oder ich fahre von der Autobahn ab an den nächsten Autohof mit McDonalds, bezahle nur 1,00 Euro und habe eine kostenlose Möglichkeit die Toilette aufzusuchen.
  • Grundsätzlich kann ich mir immer die Fragen stellen: Brauche ich das jetzt unbedingt? Brauche ich wirklich beides, oder kann ich auf eines verzichten?
    Kurz: Mehr oder, weniger und.

So lassen sich über das Jahr gesehen unter Umständen mindestens 200 Euro und mehr sparen, ohne kompletten Verzicht.

Selbst kochen, statt Restaurant

Wer geht nicht gerne ins Restaurant essen, oder verfällt manchmal dem Fast Food? Mit etwas vorausschauender Planung und Engagement in der heimischen Küche kann auch hier einiges eingespart werden.

  • Zuhause gekocht: Einmal gekocht und 2-3 Tage davon ernährt kommt wesentlich günstiger und oft auch gesünder, als jedes mal Essen zu gehen.
  • Discounter statt Allrounder: Die Einsparmöglichkeiten beginnen bereits beim Einkaufen. Meiner Erfahrung nach ist es günstiger, alles was möglich ist beim Discounter, statt in teureren Supermärkten mit breiterem Sortiment zu kaufen.
  • Kontrolle der Einkaufszettel: Genauso wichtig ist die Kontrolle. Erfahrungsgemäß passieren bei der Hecktik an den Discounterkassen häufig Fehler, die den Einkauf fälschlicherweise teurer machen.
  • Verschwendung: Alles was nicht weggeworfen wird, spart bares Geld. Einmal pro Woche Mindesthaltbarkeitsdaten kontrollieren und die kritisch werdenden Sachen zuerst zu essen lohnt sich.

Auto

Muss es ein 2. Auto sein? Muss es überhaupt ein Auto sein, oder kann ich mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln meinen Mobilitätsbedarf decken? CarSharing wäre auch eine prima Ergänzung, zu den zuvor genannten Arten der Fortbewegung.

Muss es ein Firmenwagen am Budgetlimit sein, oder tut es nicht auch ein Vernunftauto aus dem Mittelfeld?

Kosten beim Investieren

Die Kosten beim Investieren sind einer der wenigen Faktoren, die wir direkt beeinflussen können. Beispielsweise die Wahl des richtigen Online Brokers. Bereits kleine Unterschiede haben auf lange Sicht enorme Auswirkungen.

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Deshalb setze ich auf günstige und transparente ETF mit niedrigem TER, die Kombination mit dem meiner Meinung nach preiswertesten Online Broker flatex macht für mich den entscheidenden Unterschied.

Andere Online Broker berechnen eine Gebühr pro Ausführung eines Sparplans, die auch mal bis zu 4,95 Euro betragen kann. So lassen sich über ein Jahr gesehen auch circa 100 Euro sparen. Von einem kostenlosen Depot gehe ich natürlich aus.

Krankenkasse, Versicherungen und Versorger

Es lohnt sich oft einen Wechsel von Krankenkasse, Versicherungen und Versorger regelmäßig und detailliert zu prüfen.

  • Krankenkasse: Durch einen Wechsel war es mir möglich, circa 15 Euro pro Monat am Beitrag einzusparen, einen jährlichen Gesundheitsbonus von 200 Euro und eine jährliche Beitragsrückerstattung vom 60 Euro zu bekommen. In Summe somit eine jährliche Einsparung von circa 440 Euro.
  • Versicherungen: Bin ich ausreichend versichert? Bin ich überversichert? Decken meine Versicherungen auch tatsächlich meine potenziellen Schadensfälle ab, oder werden genau diese im Kleingedruckten ausgeschlossen? Auf welche Versicherungen kann ich auch gut verzichten?
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  • Service Anbieter: Jedes Jahr den Anbieter für Strom, Internet etc. zu prüfen und zu wechseln kann sich lohnen. Oft locken Wechselprämien und leicht günstigere Tarife. Oftmals sind Bestandskunden gegenüber Neukunden, mir unverständlicherweise, schlechter gestellt.

Anlegerfehler vermeiden

Diesem wichtigen Thema habe ich bereits einen ganzen Beitrag gewidmet: Vermeide typische Anlegerfehler! Solche Fehler können unter Umständen viel Geld kosten und sogar das Ziel der finanziellen Freiheit gefährden.

Preise verhandeln

Keine falsche Scheu! Was gibt es zu verlieren? Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Luft bei der Anschaffung von so manchen Dingen noch im Preis drin ist.

Zugegeben fällt es am Anfang schwer zu verhandeln. Mit jedem Mal sinkt die Hemmschwelle und es stellt sich ein Lerneffekt ein. Man bekommt ein Gespür dafür, wann handeln sinnvoll und was rauszuholen ist, auch wird man erfolgreicher.

Einnahmen maximieren

Einnahmen maximieren

Neben all den Anstrengungen auf der Ausgabenseite, sollte die Einnahmenseite nicht vergessen werden. Getreu dem Motto: „das Geld liegt auf der Straße man muss sich nur bücken“, gibt es unzählige Möglichkeiten sein Einkommen aufzubessern.

Humankapital

Das eigene Humankapital,  der wichtigste Faktor auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Es lässt sich erstaunlich leicht steigern, indem man sich weiterbildet, neugierig bleibt, und ständig dazulernt.

Weitere Möglichkeiten sein Humankapital und das daraus resultierende Einkommen zu steigern:

  • Jobwechsel: Es macht durchaus Sinn, sich alle paar Jahre auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen und zu prüfen, ob das Gesamtpaket beim derzeitigen Arbeitgeber nach wie vor passt. Dabei zahlt sich Flexibilität aus, das heißt wer nicht regional gebunden ist, dem steht oft eine größere Auswahl an potentiellen neuen Arbeitgebern offen. Kommt ein Wechsel zustande, führt dies nicht in den seltensten Fällen zu einer Verbesserung des Einkommens, oder anderer Faktoren.
  • Nebenjob: Auf Basis 400€ einen Nebenjob nachgehen und somit das Einkommen aufbessern, warum nicht?
  • Selbstständigkeit: Mit dem Hobby Geld verdienen, der Traum vieler. Du kannst geniale Torten machen, bist eine Sportskanone mit Know-How im Bereich Ernährung und Stoffwechsel? Dann kannst du dich neben deinem eigentlichen Beruf auch zusätzlich selbstständig machen und mit einer Zusatzqualifikation als Personal Trainer arbeiten oder mit Video-Clips auf YouTube Geld verdienen.
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Steuererklärung

Die Steuererklärung sollte immer bald möglichst erledigt werden. Eine Rückerstattung kann so umgehend wieder investiert werden und für uns arbeiten.

Auch sollte sich jeder eine Art Steuererklärungssensibilität aneignen. Das bedeutet, dass sich jeder bereits im laufenden Jahr Gedanken darüber machen sollte, was für die Steuererklärung wichtig ist und entsprechend Belege archivieren.

Wenn ich so optimal vorbereitet bin und weiß auf was es ankommt, dann ist es ein leichtes mit einer Steuersoftware die Erklärung zu erstellen. Selbst nutze ich das WISO Steuersparbuch.

Depotumzugsaktionen

Jedes Jahr gibt es immer wieder sogenannte Depotumzugsaktionen bei diversen Depotbanken. Wenn man zwei oder mehrere Depots hat, kann man jedes Jahr bequem die Prämien mitnehmen, indem man einfach einen Teil der Wertpapiere zwischen den Depots verschiebt.

Je nach Höhe des verschobenen Wertpapiervolumens können durchaus Prämien bis zu 500 Euro und mehr kassiert werden. Mit mehreren Depots bei verschiedenen Online Brokern ist man auch flexibel, wenn sich beispielsweise die Konditionen für ETF-Sparpläne ändern, was einmal im Jahr passieren kann.

Überschüsse smart investieren

Mit oben genannten Punkte lassen sich durchaus einige hundert Euro pro Monat Überschuss erwirtschaften, man muss nur aktiv werden und es angehen. Durch die eigene Trägheit verschenken wir ansonsten bares Geld und verlängern unnötig den Weg zur finanziellen Freiheit.

Dieser Weg ist mit viel Disziplin, Geduld und Fleiß verbunden. Auch sehr wichtig ist eine regelmäßige Buchführung um einen Überblick zu bekommen. Die so dargestellten Erfolge motivieren zusätzlich und man kommt in einen positiven Kreislauf.

Der so erzielte Überschuss soll nun smart investiert werden, damit der Zinseszinseffekt für uns anfangen kann zu arbeiten. Dabei soll das Risiko weitestgehend reduziert werden und das ohne auf Rendite zu verzichten. Womit für mich klar ist, passives Investieren mit Indexfonds (ETF), weltweit diversifiziert, ist die Lösung. Siehe weiterführend hierzu auch den Beitrag: Weltportfolio mit ETF ja, nur wie anfangen?

Du hast einen weiteren Punkt, der hier unbedingt mit aufgenommen werden sollte? Dann hinterlasse einfach einen Kommentar.

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